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Benötigen Start-ups eine Liquiditätsplanung?

Ja, Start-ups benötigen eine Liquiditätsplanung. Die Liquiditätsplanung ist ein entscheidendes Instrument, um sicherzustellen, dass ein Start-up über ausreichend liquide Mittel verfügt, um seine laufenden Verpflichtungen zu erfüllen und finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Die Hauptgründe, warum Start-ups über eine Liquiditätsplanung verfügen sollten, sind Folgende:

1. Zahlungsfähigkeit sicherstellen: Eine Liquiditätsplanung hilft Start-ups dabei, ihre Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Sie gibt Aufschluss über den erwarteten Geldfluss, wann Einnahmen erzielt und wann Ausgaben getätigt werden. Dadurch können Start-ups frühzeitig erkennen, ob es Engpässe in der Liquidität geben könnte und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um diese zu vermeiden.

2. Finanzielle Stabilität gewährleisten: Eine solide Liquiditätsplanung ermöglicht es Start-ups, ihre finanzielle Stabilität sicherzustellen. Sie bietet Transparenz über die Verfügbarkeit von liquiden Mitteln und unterstützt das Management bei der rechtzeitigen Bezahlung von Rechnungen, Gehältern, Mieten und anderen Verbindlichkeiten.

3. Entscheidungsgrundlage schaffen: Eine Liquiditätsplanung dient als Entscheidungsgrundlage für das Management. Sie ermöglicht eine genaue Einschätzung der finanziellen Auswirkungen von Entscheidungen wie Investitionen, Kosteneinsparungen oder Finanzierungsmaßnahmen. Dadurch können fundierte Entscheidungen getroffen werden, um die Liquidität des Start-ups zu optimieren.

4. Finanzierungsbedarf ermitteln: Eine Liquiditätsplanung hilft dabei, den Finanzierungsbedarf des Start-ups zu ermitteln. Sie zeigt, ob das Start-up zusätzliches Kapital benötigt, um seinen laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, Wachstumsinitiativen zu finanzieren oder unvorhergesehene Ereignisse abzudecken. Dadurch können rechtzeitig entsprechende Finanzierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

5. Investor Relations: Eine solide Liquiditätsplanung ist auch für die Investor Relations von großer Bedeutung. Investoren möchten sehen, dass das Start-up über eine solide finanzielle Basis und über ausreichend liquide Mittel verfügt, um sein Geschäft durchzuführen. Eine überzeugende Liquiditätsplanung kann das Vertrauen der Investoren stärken und das Interesse potenzieller Investoren wecken.

Folgende Anleitung zeigt Dir, wie Du eine Liquiditätsplanung für Dein Start-up durchführen kannst:

1. Erfasse alle Einnahmen: Beginne damit, alle erwarteten Einnahmen für den Planungszeitraum zu erfassen. Dies umfasst Umsätze aus Verkäufen, Dienstleistungen, Abonnements, Lizenzgebühren oder andere Einnahmequellen. Berücksichtige dabei auch saisonale Schwankungen oder Verzögerungen bei der Zahlung. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Einzahlungen immer brutto, also inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer sein müssen.

2. Liste alle Ausgaben auf: Erstelle eine umfassende Liste aller Ausgaben, die während des Planungszeitraums anfallen. Dies beinhaltet sowohl laufende Ausgaben wie Mieten, Gehälter, Lieferantenkosten, Marketingausgaben, Versicherungen usw. als auch einmalige Ausgaben wie Investitionen oder Steuerzahlungen. Die Ausgaben müssen ebenfalls brutto aufgeführt werden. Im Gegensatz zur Profitabilitätsanalyse, also der Betrachtung der GuV, dem Gewinn oder Verlust, beschäftigt sich die Liquiditätsplanung immer mit den Zahlungseingängen, bzw. Zahlungsausgängen auf Deinem Bankkonto.

3. Berücksichtige den Zahlungszeitpunkt: Es ist wichtig, den Zeitpunkt der Zahlungen zu berücksichtigen. Nicht alle Ausgaben werden sofort fällig. Einige können gestaffelt sein, monatlich, quartalsweise oder jährlich. Identifiziere den genauen Zeitpunkt, zu dem Zahlungen erwartet werden, um einen genauen Überblick über den Cashflow zu erhalten. Hierbei helfen Dir die OPOS-Listen Deines Steuerberaters. Die OPOS-Liste ist die Abkürzung für offenen Posten und wird standardmäßig in den Berichten des Steuerberaters jeden Monat zur Verfügung gestellt.

4. Identifiziere Engpässe und Überschüsse: Analysiere Deine prognostizierte Liquiditätsplanung, um potenzielle Engpässe oder Überschüsse zu identifizieren. Schaue Dir an, ob es Zeiträume gibt, in denen die Ausgaben die Einnahmen übersteigen und eine negative Liquidität entsteht. Überprüfe auch, ob es Zeiträume mit positiver Liquidität gibt, in denen ein Überschuss an liquiden Mitteln erwartet wird.

5. Ergreife Maßnahmen: Basierend auf den Erkenntnissen aus der Liquiditätsplanung kannst Du Maßnahmen ergreifen, um die Liquidität zu optimieren. Dies kann beispielsweise die Anpassung von Ausgaben, die Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen, die Verhandlung von Zahlungszielen mit Lieferanten oder die Einleitung von Finanzierungsmöglichkeiten umfassen.

6. Erstelle Dir ein periodisches Reporting. Je nach der finanziellen Lage, sollte die Liquiditätsplanung mindestens einmal monatlich, in Engpasssituationen sogar wöchentlich oder täglich aktualisiert werden. Um ein Soll-/ Ist-Vergleich durchführen zu können, sollte einmal im Jahr im Rahmen der Budgetplanung auch eine monatsfeine Liquiditätsplanung durchgeführt werden. Im monatlichen Abgleich mit Deinen Ist-Zahlen vom Steuerberater oder Deinen Bankkonten kannst Du erkennen in welchen Monaten Deine Annahmen nicht korrekt waren.

Im Laufe der Zeit bekommst Du ein immer besseres Gespür für Deine Zahlen und Deine Planungsqualität wird immer besser.

Es ist hilfreich einen Fachexperten aus unserem Team zu kontaktieren oder einen offenen Workshop zu besuchen. Sie helfen Dir eine fundierte und aussagekräftige Liquiditätsplanung zu erstellen und können Dir auch wertvolle Unterstützung bei der Auswahl möglicher Planungstools geben.

Fazit:

Die Liquiditätsplanung ist entscheidend für jedes Unternehmen, um sicherzustellen, dass ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, um laufende Verpflichtungen zu erfüllen. Eine sorgfältige und realistische Liquiditätsplanung hilft, finanzielle Engpässe zu vermeiden und die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten.

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