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Der Einsteigerleitfaden zur Liquiditätsplanung für Start-ups

Die Liquiditätsplanung ist für Start-ups von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um Verbindlichkeiten zu erfüllen und das Unternehmen am Laufen zu halten.

Hier ist ein Einsteigerleitfaden zur Erstellung einer effektiven Liquiditätsplanung:

1. Verstehe die Grundlagen:

  • Was ist Liquidität? Liquidität bezieht sich auf die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit verfügbaren finanziellen Mitteln zu begleichen.
  • Warum ist Liquiditätsplanung wichtig? Sie hilft, finanzielle Engpässe zu vermeiden, gibt Dir Einblicke in die finanzielle Gesundheit Deines Start-ups und unterstützt Dich fundierte Entscheidungen zu treffen.

2. Sammle Finanzdaten:

  • Einnahmen: Erfasse alle erwarteten Einnahmen aus Verkäufen, Dienstleistungen, Zahlungen von Investoren, Banken, Fördergeldern oder anderen Quellen. Berücksichtige Zahlungsbedingungen, wann das Geld wirklich fließen wird. Expertentipp: Einzahlungen sind immer brutto, also incl. Umsatzsteuer.
  • Ausgaben: Notiere alle geplanten Ausgaben, einschließlich Betriebskosten, Gehälter, Miete, Marketing, Rückzahlungen von Darlehn und WICHTIG: auch die geplante Umsatzsteuer-Zahllast ans Finanzamt. Expertentipp: Prüfe welche Ausgaben brutto, also incl. der gesetzlichen MwSt. sind.

3. Wähle einen Zeitraum:

  • Beginne mit einem überschaubaren Zeitraum, z. B. einem Monat. Sobald Du mehr Verständnis gewonnen hast, kannst Du auf Quartale oder ein Jahr ausweiten.

4. Erstelle eine Cashflow-Prognose:

  • Anfangsbestand: Starte mit dem vorhandenen Bank- und Bargeldbestand zu Beginn des gewählten Zeitraums.
  • Einnahmen: Prognostiziere Deine erwarteten Einnahmen aus verschiedenen Quellen.
  • Ausgaben: Schätze deine erwarteten Ausgaben für den Zeitraum. Manche Ausgaben sind fix und müssen jeden Monat gezahlt werden (z.B. Miete und Gehälter). Andere Ausgaben sind variabel und entstehen ggf. erst im Zusammenhang mit dem Umsatz (z.B. Materialeinkauf oder Marketingkosten)
  • Netto-Cashflow: Berechne den Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben, um den Netto-Cashflow für jeden Zeitraum zu ermitteln.
  • Endbestand: Addiere den Anfangsbestand zum Netto-Cashflow, um den Endbestand zu berechnen.

5. Berücksichtige zahlungsrelevante Schwankungen:

  • Wenn Dein Geschäft saisonalen Schwankungen unterliegt, passe Deine Prognosen entsprechend an. Verfügst Du über ein Abo-Modell, ist es wichtig, die Churn-Rate bei Deiner Liquiditätsplanung zu berücksichtigen.

6. Identifiziere Engpässe:

  • Analysiere Deine Cashflow-Prognose, um potenzielle Engpässe zu erkennen. Achte auf Zeiträume mit negativem Cashflow. Expertentipp: Überwache kritisch Deine Forderungen und Verbindlichkeiten. Wenn Du Deine Rechnungen immer sofort bezahlst um womöglich Skonto zu erhalten, kann das für Deine Liquidität gefährlich werden, wenn Du Deinen Kunden sehr lange Zahlungsziele einräumst oder Deine Forderungen nicht regelmäßig überprüfst.

7. Erstelle “Was-wäre-wenn”-Szenarien:

  • Denk über verschiedene Szenarien nach, wie Umsatzverluste oder verspätete Zahlungen von Kunden. Wie würden sich diese auf Deinen Cashflow auswirken? Expertentipp: Erstelle Dir eine Excel und arbeite mit Drop-Down-Listen, welche Dir helfen einen Überblick über die gewählten Szenarien zu behalten.

8. Überprüfe und aktualisiere regelmäßig:

  • Führe regelmäßige Überprüfungen Deiner Liquiditätsplanung durch, um sicherzustellen, dass sie aktuell ist und sich an veränderte Bedingungen anpasst. Expertentipp: Erstelle Dir eine Liquiditätsplanung für den gewünschten Zeitraum, die Du dann „einfrierst“. Für die Aktualisierung der Daten speicherst Du jeden Monat eine neue Planungsvariante ab. Im ersten Schritt fügst Du die IST Daten ein und kontrollierst, dass Deine liquiden Mittel mit Deinen Bankbeständen, Barmittel und Paypal-Konten übereinstimmen. Im zweiten Schritt aktualisierst Du die verbleibenden Monate und veränderst die Einnahmen bzw. Ausgaben nach den neuesten Erkenntnissen.

9. Nutze Tools:

  • Am Anfang empfehle ich Dir die Verwendung von Excel, um ein Gespür für Deine Zahlen zu bekommen. Je nach Branche und Anzahl der Buchungen lohnt sich für Dich Nutzung von Tools, wie zum Beispiel Tidely oder ADAM. Expertentipp: Rede mit Beratern der digitalen Gründung. Sie helfen Dir eine individuelle Liquiditätsplanung aufzubauen und unterstützen Dich bei der Auswahl der für Dich in Frage kommenden Online-Tools.

Fazit:

Die Liquiditätsplanung erfordert Geduld und Lernbereitschaft. Je mehr Du Dich mit dieser grundlegenden Finanzpraxis vertraut machst, desto besser wirst Du in der Lage sein, finanzielle Engpässe zu vermeiden und eine solide finanzielle Grundlage für dein Start-up aufzubauen.

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