Close

Dein Warenkorb ist leer

Start-Up Insights: Aktuelle Entwicklungen, Stimmungen und Prognosen für Gründer

Willkommen zu „Start-Up Insights“! In dieser fachlichen Blogartikelreihe informiert Dich die Digitale Gründung über aktuelle Trends und Prognosen auf dem Start-up-Markt.

Gemeinsam werden wir einen Blick auf die momentane Stimmung in der Start-up-Szene werfen und beleuchten Faktoren, die den Erfolg von Gründern beeinflussen. Dabei informieren wir Dich über die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage, der technologischen Innovationen oder anderen Einflussfaktoren auf dem Start-up-Markt.

In dieser Serie werden wir sowohl die Perspektive der Investoren als auch die der Gründer einbeziehen, um Dir einen umfassenden Einblick in die dynamische Welt der Start-ups zu geben.

Teil I

Start-up-Investments im Rückgang: Ursachen und Auswirkungen auf die Gründerlandschaft

Der Start-up-Markt steht vor einer spürbaren Herausforderung: Der Rückgang von Investitionen. In diesem Artikel untersuchen wir die Ursachen und die tiefgreifenden Auswirkungen dieses Trends auf die Gründerlandschaft. Von einer einstigen Boom-Phase zu einer Phase der Investitionszurückhaltung – die Veränderung der Investorenstimmung hat sowohl große als auch aufstrebende Start-ups getroffen.

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig, von wirtschaftlichen Unsicherheiten bis hin zu veränderten Prioritäten der Investoren. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Gründer, die nun mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind, wenn es darum geht, Kapital für ihre innovativen Ideen zu beschaffen. Trotz des aktuellen Rückgangs sind wir zuversichtlich, dass die Gründerlandschaft sich weiterhin anpassen und erfolgreich sein kann.

Statistische Einblicke: Das Investitionsvolumen zwischen 2019-2023

In 2022 sank das Investitionsvolumen in Start-ups gegenüber dem Vorjahr um rund 43 Prozent. Während der Corona-Krise kam es im Jahr 2020 zu einem Investitionsstau, der mit einer immensen Investitionssumme von über 17 Milliarden Euro im Jahr 2021 aufgeholt wurde. Im letzten Jahr normalisierte sich das Investitionsvolumen in der deutschen Start-up-Szene bei einem Gesamtinvestitionswert von 9,9 Milliarden Euro, was immer noch über dem Wert im Vorkrisenjahr liegt.

Wie sieht die Situation auf Investmentmarkt aktuell aus?

Die Weltwirtschaft bewegt sich auf eine Phase der Rezession zu, während die Zentralbanken ihre Bemühungen verstärken, die steigende Inflation durch Anhebung der Leitzinsen einzudämmen.

Die sich abzeichnenden Entwicklungen haben direkte Auswirkungen auf die Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups. Während riskante Anlagen in den letzten Jahren aufgrund der Niedrigzinsphase attraktiv waren, ändert sich das Bild nun. Mit steigenden Zinsen werden konservativere Investitionen zunehmend interessanter, da Geldgeber bestrebt sind, ihr Kapital vor möglichen Turbulenzen zu schützen.

Zusätzlich ist das Risiko von Investitionen in Start-ups aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation gestiegen, was zu einer negativen Anpassung der Unternehmensbewertungen führt. Dies wiederum hat Auswirkungen auf Fusionen und Übernahmen innerhalb der Gründerlandschaft.

Welche Start-ups leiden am meisten unter der aktuellen Investitionslage?

In der Vergangenheit haben Investoren vor allem in Unternehmen mit starkem Wachstum investiert, wohingegen sie derzeit vermehrt auf die Renditekennzahlen schauen, also auf den Ertrag, den das angelegte Kapital in einem bestimmten Zeitraum erbringt.

Gerade bei den Late Stage Start-ups ist ein Rückgang bei den Finanzierungen und Bewertung zu beobachten. Late Stage Start-ups sind Start-ups, die sich bereits in einer späteren Ausgründungphase befinden und dort von bestimmten finanziellen Ressourcen abhängig sind, festgelegte Businesspläne verfolgen und Finanzierungspläne erfüllen müssen. Hat sich ein Unternehmen also bisher hauptsächlich auf das Wachstum konzentriert, kann es sein, dass sich mit dem Stimmungswechsel der Investoren auch die Anforderungen ändern und die tatsächliche Rendite in den Vordergrund rückt. So kann es passieren, dass Finanzierungsziele nicht erfüllt werden können und Investoren abspringen.

Der aktuelle Investitionsrückgang hat schwerwiegende Auswirkungen auf Unicorn-Start-ups, die Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar sind. Diese Start-ups sind stark auf externe Finanzierung angewiesen, um ihr schnelles Wachstum zu unterstützen. Der Rückgang von Investitionen erschwert es ihnen, das benötigte Kapital zu beschaffen und kann zu einer Korrektur ihrer Bewertungen führen. Dies führt zu Liquiditätsengpässen, verstärktem Wettbewerbsdruck und möglichen Verzögerungen bei Exits oder Börsengängen. Sie müssen ihre Geschäftsstrategie anpassen, um diese Herausforderungen zu bewältigen und langfristigen Erfolg zu erzielen.

Welche zusätzliche Finanzierungsquellen wird es künftig für Start-ups geben?

Die weltwirtschaftlichen Herausforderungen wirken sich nicht in allen Ländern gleichermaßen aus. Dies zeigt vor allem der Ukraine-Krieg. Während sich die Lage der deutschen Investoren nicht signifikant von der in anderen europäischen Ländern unterscheidet, gibt es jedoch im außereuropäischen Vergleich große Unterschiede.

Aufgrund der relativen Schwäche des Euro können Übernahmen durch Investoren aus den Golfstaaten, den USA oder China zunehmen. Europäische und deutsche Start-ups erscheinen in diesem internationalen Vergleich kostengünstiger, was die Übernahme kleinerer Unternehmen attraktiver macht.

Fazit:

Die aktuellen Entwicklungen verändern die Gründerlandschaft zunehmend. Im kommenden Jahr wird voraussichtlich eine Tendenz zur Zusammenführung in stark konkurrierenden Märkten zu beobachten sein. In diesen Märkten werden etablierte Unternehmen die Gelegenheit nutzen, durch Übernahme neue Geschäftsmodelle, Technologien oder Märkte zu erwerben. Diese Entwicklung sollte jedoch keineswegs als grundsätzlich negativ beurteilt werden: Start-ups haben durch die Konsolidierung in den Branchen auch Möglichkeiten zu wachsen und ihren profitablen Kern zu stärken. Zudem sollte das Management ihren Erfahrungsschatz in Themen wie Kostenkontrolle, Liquiditätsmanagement und Geschäftsmodellanpassung vermehrt erweitern. Ein erfahrener Blick auf potenzielle Szenarien und externe Fachkenntnisse ist von großer Bedeutung, um diese Chancen und Herausforderungen bestmöglich zu handhaben.

In diesem Artikel